1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland

Pessach beziehungsweise Ostern

Am Abend des 15. Nisan (27. März 2021) beginnt das jüdische Pessachfest. Dieses ist eines der wichtigen Feste im Judentum. Das Fest erinnert an die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten. Gott hat Mose berufen, sein Volk aus dem Land in das Land Kanaan zu führen. Das Fest beginnt am 15. Nisan mit der Feier des Seder-Mahls. Bei diesem Essen gibt es besondere Speisen, die alle eine Bedeutung haben. So gibt es z.B. bittere Kräuter, die an die bittere Zeit erinnern. Es gibt ein Mus aus Kirchererbsen, dies erinnert an den Lehm, den die Sklaven bereiten mussten, um Häuser zu bauen. Außerdem gibt es Petersilie, einen Lamm-Knochen und ein gekochtes Ei – Zeichen für das Leben. Der Sederabend beginnt mit der Frage des jüngsten Familienmitgliedes: „Was unterscheidet diese Nacht von den anderen Nächten?“ Der Familienvater antwortet daraufhin mit der Geschichte des Auszugs aus Ägypten, dem sog. Exoudus. Da Pharao die Israeliten nicht gehen lassen wollte, schickte Gott insgesamt zehn Plagen über das Land. Doch erst die zehnte Plage, die Tötung der Erstgeborenen der Ägypter, ließ den Pharao einknicken, und er ließ die Israeliten ziehen. Da der Aufbruch sehr schnell erfolgte, blieb keine Zeit mehr, Sauerteig anzusetzen und Brot zu backen. Daher gibt es bis heute beim Sederabend die sog. Mazzen, ungesäuertes Brot, nur aus Mehl, Wasser und Salz gebacken.

Das Pessachfest dauert sieben bzw. acht Tage. Es endet in diesem Jahr am Abend des 4. April – wenn wir Ostersonntag feiern. Es war die Zeit des Pessachfestes, als Jesus nach Jerusalem kam und am Freitag gekreuzigt wurde. Erst am Sonntag, als der Sabbat vorbei war, kamen die drei Frauen zum Grab, um seinen Leichnam zu salben. Doch statt Jesus fanden sie ein leeres Grab und einen Boten Gottes vor, der ihnen sagte, dass Jesus auferstanden sei.

So ist das Osterfest bis heute im christlichen Glauben mit dem jüdischen Pessachfest verbunden. In beiden Festen feiern wir das Leben und die Befreiung durch Gott.